Reise blog von Travellerspoint

Nanjing

Am Mittwoch hat sehr sehr früh mein Wecker geklingelt, weil Manu und ich um 6.30Uhr verabredet waren. Im Bus zum Bahnhof wurden wir mal wieder angestarrt, der alte Mann traute seinen Augen kaum, da waren doch tatsächlich zwei Ausländerinnen im Bus! Also hat er uns über eine halbe Stunde Busfahrt permanent angestarrt und wegschauen hat nichts geholfen, selbst wenn wir zurück geguckt haben, hat er nicht gemerkt, dass das er uns anstarrt und auch nicht, dass das nicht unbedingt angenehm für uns ist. Naja. Was soll man da machen?

Am Bahnhof angekommen, haben wir uns erst einmal in eine Warteschlange eingereiht. Dann wurde unser Ticket gecheckt und unsere Gepäckstücke geröntgt, Security Check wie am Flughafen. Danach haben wir unsere Zugnummer auf einer Anzeige gesucht und sind in den angegebenen Warteraum gegangen und haben gewartet, bis unser Zug aufgerufen wurde. Nach einer Durchsage hat sich plötzlich die gesamte Masse in Bewegung gesetzt und wir waren mittendrin. Treppen runter, Treppen hoch, links um die Ecke, geradeaus durch lange Gänge, Rolltreppe hoch und irgendwann sind wir an einem Bahnsteig gelandet und an einem modernen Hochgeschwindigkeitszug entlang gelaufen. Auf unserem Ticket stand die Wagen- und Sitzplatznummer und wir haben es uns bequem gemacht. Der Zug war so eine Art ICE, ist mit über 250km/h an Reisfeldern und Wasserbüffeln vorbeigerauscht und nach einer Stunde waren wir schon in Nanjing.

Dort sind wir direkt zur Ubahn und zu unserer Jugendherberge gefahren. Da unser Pass gerade noch in der Ausländerbehörde ist, hatten wir schon Angst, dass wir nicht einchecken konnten. Wir haben unsere Ausweise gezeigt und als die Rezeptionistin nach unserem Visum gefragt hat, haben wir das Einladungsschreiben gezeigt und irgendwie ging es dann auch, mal sehen ob wir noch Ärger bekommen, weil ja die Ausweisnummer ganz anders ist als die Passnummer… Naja, jedenfalls waren wir in Nanjing, hatten eingecheckt und hatten ein Zweibettzimmer, das nach Katzenpipi roch. Wir waren froh, es so weit geschafft zu haben.

Das Hostel war süß. Im vierten Stock gab es eine Bar mit Billiard- und Kickertisch, Sofas und über eine Wendeltreppe konnte man die Dachterrasse erreichen.

Nachdem wir uns mit Baozi und was zu trinken eingedeckt hatten, sind wir in den Bus gestiegen, um zur alten Stadtmauer zu fahren. Diese Stadtmauer stammt aus der Ming Dynastie (1368-1644), als Nanjing die Hauptstadt von China war. Wir waren beim östlichen Stadttor und sind oben auf der riesigen Mauer herumgelaufen.

Als nächstes sind wir auf den Zijin (Purpurnes Gold) Berg gefahren. Dort waren wir zuerst bei Dr. Sun Yatsens Mausoleum. Dieser Mann gilt als der „Vater von China“, weil er Anfang des 20. Jahrhunderts die Kuomingtang gegründet hat und als Gründer des modernen Chinas gilt.
Die Anlage ist riesig! Man muss durch mehrere Tore gehen und ewig weit laufen, um dann irgendwann vor dem Mausoleum anzukommen. Aber wer denkt, er könnte dann mal schnell hinein spazieren, hat sich getäuscht. Man muss erst die 392 Treppen hochsteigen um zur Grabstätte zu kommen.

Dr. Sun Yat Sen Mausoleum by dreadheadlady, on Flickr

Dafür wird man von hier oben mit einer wunderbaren Aussicht belohnt.

Nachdem wir die Strecke wieder zurück gelaufen waren, sind wir einem Zügle zum Park des einzigen Kaisers gefahren, der außerhalb von Peking beerdigt wurde. Der Park ist toll, es gibt einen Weg entlang vieler Steinstatuen: Generäle, Löwen, Elefanten, Kamele und andere Tiere. Bei unserem anschließenden Spaziergang haben wir zwei Frauen gesehen, die zu indischer Musik im Park getanzt haben. Ein ungewöhnlicher und sehr netter Anblick!

Abends sind wir noch durch die Einkaufs- und Fußgängerzone gelaufen. Leider war der Akku meiner Kamera leer, aber evtl. werde ich ein paar Bilder von Manu hochladen.

Am zweiten Tag in Nanjing sind wir morgens erst mal auf die Sofas in der Jugendherberge geflackt und haben den Tag mit einem leckeren Kaffee begonnen. Danach sind wir in den Konfuzius Tempel, der innen als Museum dient und ziemlich öde war, weil nur ein paar vereinzelte Schilder eine englische Übersetzung hatten. Dafür war die Gartenanlage echt hübsch mit viel Fang Shui, Teichen mit Mandarin Enten, Wegchen, Bäumchen und Pflänzchen. Leider wurde der schöne Anblick von Reiseführern mit Megafonen versaut, die mit ihren chinesischen Reisegruppen durch den Tempel gehetzt sind und die armen Leute angebrüllt haben.

Danach haben wir viel Zeit in den Einkaufsstraßen verbracht, Souvenirs und Dekoartikel für die Wohnung gekauft und für Manu haben wir unabsichtlich ein schönes Bild von einem Tiger von 250 Yuan auf 50 Yuan heruntergehandelt.

Nachmittags sind wir zum Bahnhof gefahren und in den Park gesessen, der direkt vor dem Bahnhofsgebäude liegt. Die Aussicht ist wunderbar: Ein riesiger See und dahinter die beeindruckende Skyline von Nanjing. Abends um halb 10 waren wir wieder zu Hause.

Eingestellt von SaSa84 14:05 Archiviert in China

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